Neues Google-Tool entwertet Links

Neues Google-Tool entwertet Links

Ein beliebtes Mittel im Bereich der Suchmaschinenoptimierung (SEO) war lange Zeit das Schalten zahlreicher Links aus so genannten Linkfarmen. Hierzu wurden eine Reihe von Internetseiten programmiert, die lediglich dem Schalten von Links dienten. Hinsichtlich der Qualität und der Inhalte zeigten sich erhebliche Defizite, sodass diese Links für Nutzer letztlich als wertlos gelten konnten.

Bei Google ließen sich mit dieser Vorgehensweise jedoch eine zeitlang erhebliche Erfolge verbuchen. Nun hat auch der US-Suchmaschinengigant umgedacht und präsentiert das „Disavow-links-tool“ (zu Deutsch: „Link für ungültig erklären-Tool“).  Google nimmt damit erneut den Kampf gegen Spam und Spamlinks auf und startet gleichsam eine Qualitätsoffensive. Künftig soll es keine unnatürlichen Links mehr geben und nur qualitativ einwandfreie Webseiten werden akzeptiert.

Im ersten Schritt hat Google dabei Briefe an Webmaster und SEO -Unternehmen versendet. Inhalt war dabei die Warnung, dass bestimmte Webseiten spamige Links schalten und damit die eigene Webseite diskreditieren. Entsprechend konnten Webmaster selbst Hand anlegen und die spammigen Links entfernen, um einer Entwertung durch Google zuvorzukommen. Mitbewerber Bing hatte eine ähnliche Möglichkeit bereits vor einiger Zeit angeboten, hiermit jedoch eher PR-Zwecken gedient.

Im offiziellen Google-Blog wird über das neue Tool geschrieben, dass eine Nutzung nur dann von Relevanz ist, wenn zuvor eine entsprechende Nachricht von Google gesendet wurde. Google wiederum gibt an, dass lediglich dann eine Warnung vor Linkspam ergeht, wenn sicher ist, dass es sich um gekaufte Links, Linktausch oder anders „unnatürlich“ erzeugte Links handelt. Um das Problem zu lösen, müssen die Webmaster selbst tätig werden und das Google-Tool nutzen.

Es reicht dabei eine einfache Textdatei, in die die Spam-Links eingetragen werden. Pro Zeile wird dabei eine URL angegeben. Um die „schlechten Links“ überhaupt zu finden, wird die „Links zu Ihrer Webseite“ -Funktion in den Webmaster-Tools empfohlen. Die Aktivierung des Download-Buttons liefert eine .csv-Datei, aus der sich die „schlechten Links“ entnehmen lassen.

In einem YouTube-Video erläutert Google-Mitarbeiter Matt Cutts ausführlich die Funktionsweise des Tools. Wohlgemerkt: wer keine E-Mail über „unnatürliche Links“ erhalten hat, braucht hier nicht tätig zu werden. Interessant ist jedoch die Frage, wie sich das Melden dieser Links auf die mit Links gefüllten Seiten auswirkt. Sollten diese tatsächlich abgewertet werden, so würde es sich um probates Mittel im Kampf mit der Konkurrenz handeln.

Quelle: Official Google Webmaster Blog: Links für ungültig erklären

übrigens: disavow bedeute so viel wie „verleugnen“

Weiterfürende Informationen zum Thema gibt es im TagSeoBlog von Martin Mißfeld. Er schreibt dort auch seine Meinung und Befürchtung. Dabei geht er auch näher auf die Funktionsweise des Tools ein.

Update: In der Google Webmaster Zentrale werden seit 24.Oktober häufige Fragen zum Tool erläutert. Fragen und Antworten zum Tool „Links für ungültig erklären“ Hier ein kleiner Auszug:

F: Muss dieses Tool für die meisten Websites verwendet werden?
A: Nein. Für die überwältigende Mehrzahl der Websites ist dieses Tool überhaupt nicht notwendig. Wenn ihr euch nicht sicher seid, was das Tool bewirkt oder ob ihr es verwenden müsst, solltet ihr es eher nicht nutzen.“

F: Muss ich Links sowohl von example.com als auch von example.co.uk für ungültig erklären, wenn es sich um dasselbe Unternehmen handelt?
A: Ja. Wenn ihr Links von mehreren Domains für ungültig erklären möchtet, muss für jede Domain ein eigener Eintrag hinzugefügt werden.